Und bei der Buchung sah das alles richig gut aus - ab in Montevideo, über Buenos Aires nach Barcelona und von dort dann nach Wien.
Beunruhigend allerdings schon im Vorfeld die Meldungen über die sich von Island aus über ganz Europa streckende Aschewolke. Doch noch sind alle 'meine' Flughäfen offen; es darf also gehofft werden.
Anstrengend allerdings die Schlepperei: Mit insgesamt satten 60 kg Gepäck bin ich unterwegs - ich will mich von meinen Büchern nicht trennen, auch wenn dieses Wollen im Zuge der Heimreise einer schweren Prüfung unterzogen wird.
Bis Barcelona verläuft alles in den Schienen der Normalität, nichts aufregenderes passiert, als dass der Pilot Turbulenzen ankündigt, die aber dann nicht eintreten. Dann jedoch geht es Schlag auf Schlag: Am Air Berlin Schalter erfahre ich, dass Travelstart mir, trotz Buchungsbestätigung und Rechnung, keinen Platz im Flieger nach Wien reserviert hat.
Getrandet in Barcelona - denn zu allem Überfluss sollte der von mir dadurch versäumte Flug der letzte bleiben, der nach Wien gelassen wird. Danach bleibt der Flughafen Wien-Schwechat auf Grund der Aschewolke geschlossen.
Und damit beginnt die Odysse so richtig: Nach langem Anstehen am Schalter der Lufthansa, dort wird die AUA mitverwaltet, stirbt die Hoffnung mit dem Flieger nach Wien zu kommen entgültig. Also sehe ich mich nach Alternativen um: Die Bahn scheidet wegen eines Streiks in Frankreich aus; damit bleibt der Bus.
Natürlich bin ich nicht der einzige, der diesen Entschluss faßt, deswegen mache ich gleich einmal das, was ich den ganzen Tag schon geübt habe: Schlangestehen!
Dann, mit Glück, ergattere ich einen Platz - nicht nach Wien, sondern nach Prag. Ich nähere mich also dem Ziel meiner Heimfahrt auf Umwegen an!
Nach fast 24 Stunden im Bus durch Spanien, Frankreich, Deutschland und Tschechien, erreichen wir den Busbahnhof in Prag. Mit der U-Bahn zum Bahnhof ist, verglichen mit den Aufregungen die hinter mir liegen, ein Kinderspiel. Das Schleppen des Gepäcks aber schon länger nicht - ob ich nicht doch ein paar Bücher aussortiere?
Aber liebe Schicksalsgenossinen helfen. So macht die Heimfahrt richtig Spaß!
Um 0:37 Uhr geht der Zug - bis dahin setzen wir uns in ein Lokal, werden dort Zeuge einer Drogenrazzia am Nebentisch - uns läßt man aber in Ruhe; wir hätten nur mitbekommen können, was anstand, als wir plötzlich, abgesehen von dem Paar am Nebentisch, die einzigen Lokalbesucher waren...
Die Zugfahrt selbst wieder brachte nur die Überraschung eines jungen Mädchens, deren Manieren kürzer waren als ihre Hose. Ich dachte erst, dass sie in Unterwäsche unterwegs wäre, na ja.
Um 06:30 dann komme ich in Wien Meidling an - ich habe Flugzeuge im Bauch, die sich von der Aschewolke nicht irritieren lassen. Ich freue mich, die Sonne scheint und Wien blüht im Frühling. Schönes Leben!