Ein besonderes Aha-Erlebnis gab es für uns beim Öffnen der Wassertanks, insbesondere des angeblich unbenutzten und deshalb auch nicht gummierten Tanks: Er stand zu zwei Drittel unter Wasser! Entsprechend groß war der Rostbefall – und dieses Wasser haben wir getrunken… Grund dafür war, dass es eine Verbindung zwischen aktiven und inaktiven Tank gibt, wobei das Ventil, dass sie trennen sollte schon seit Jahren offen stand.
Wir hoffen aber, dass nun, nach langer, gründlicher Untersuchung, alle bösen Überraschungen hinter uns liegen, so dass wir uns daran machen können, Schritt für Schritt, die Seefestigkeit unserer Maverick wieder herzustellen. Nebenan jedenfalls findet der interessierte Leser unter der Rubrik „Reparatur“ die ‚besten’ Bilder des Bootzustandes.
Was aber passiert hier abseits der Sorgen um das Boot?
Spannend war für uns die Frage nach der Unterkunft, konnten wir doch unmöglich an Bord bleiben, während die Maverick nahezu in ihre Einzelteile zerlegt wird. Aber wohin? Noch dazu mit dem ganzen Gepäck! Uns wurde das Übernachten auf einer großen Motoryacht in der selben Marina angeboten – einem Drogenboot, das vor sieben Jahren von der spanischen Regierung wegen Drogenschmuggel aus Kolumbien kommend beschlagnahmt wurde, und seit dem auf den Abschluß der Verhandlung wartet – im Übrigen kein Einzelfall in Spanien. (Es gibt immer wieder entsprechend billig solche Boote zu kaufen.)
Leider aber erwies sich die Unterkunft als nicht wirklich angenehm. Durch mangelnde Wartung und auch fehlende Sauberkeit des jetzigen ‚Besitzers’ (soweit wir herausgefunden haben, übergibt der Staat Spanien diese Boote an Personen, die sich darum kümmern und im Gegenzug darauf leben dürfen) ist es schon sehr heruntergekommen, und nicht nur dies, zudem war es Innen auch feucht, so dass es vor sich hin schimmelte und einen entsprechenden Geruch, auch schon vom Pier aus deutlich wahrnehmbar, verströmte. Am meisten jedoch grauste uns vor der Kombüse! Die Kakerlaken waren sogar schon bis in den Kühlschrank vorgedrungen… Solange wir dort waren, kauften wir nur Nahrung in wiederverschließbaren Verpackungen, und das Brot lagerten wir in der Mikrowelle - von ihr erhofften wir uns, dass die Kakerlaken es nicht schaffen würden, hinein zu gelangen. Wäre uns das alles vorher bekannt gewesen, wir wären niemals dorthin gezogen.
Trotzdem hielten wir es dann insgesamt etwas mehr als eine Woche dort aus – weil das Siedeln mit unserem ganzen Zeug sehr aufwendig war (der größte Vorteil des Drogenbootes war, dass wir von der Maverick zu ihm mit dem Beiboot umziehen konnten) und es, als wir unsere Anzahlung ‚verwohnt’ hatten, kein billiges und freies Quartier nahe der Marina gab.
Mittlerweile aber haben wir diese Erfahrung hinter uns gelassen, und wohnen billiger (!) als auf dem Drogenboot in einem sogenannten Studio. Ein Hotelzimmer mit Kochnische und Kühlschrank mit einem Badezimmer samt Waschmaschine. Beides senkt die Lebenserhaltungskosten weiter, kostet doch eine Maschine im Waschsalon der Marina immerhin 7,50 – und es fällt hier einiges an Wechselgewand an, schon alleine beim Arbeiten an der Maverick. Auch bin vor allem ich ein Fan des selber Kochens.
Mehr als aufgewogen aber werden diese nicht sehr angenehmen Erlebnisse durch die Bekannt- und Freundschaften, die wir hier machen dürfen. Wie schon am Ende meines letzten Blogs erwähnt, haben wir hier, neben unseren Begrüßungsengeln Alex und Mike, rasch Anschluß an einige andere Segler gefunden, die uns zur Seite stehen: Mit ihrer Erfahrung und ihrer Hilfe. Von den gemeinsamen verbrachten schöneren Dingen des Lebens – Barbesuche, Sundowner im Cockpit, etc. einmal ganz abgesehen.
Auch wurden wir, sollte sich unser Zeitplan durch die Verzögerungen der Reparatur unwiderruflich nicht mehr ausgehen, eingeladen, den Winter vor Anker in Brasilien zu verbringen. Eine andere Möglichkeit wäre es auch, einfach die Südamerikanische Küste hinab zu segeln bis in die Antarktis, die wir unbedingt erleben wollen. Aber auch hier gilt es zur richtigen Jahreszeit am richtigen Ort zu sein, sodass auch dieser ‚Backup’-Plan von der Dauer der Instandsetzung abhängt. Jedenfalls aber relativieren diese verschiedenen Möglichkeiten den Schrecken des Zeitverlustes wieder etwas – auch wenn es Andreas und mir lieber als alles andere wäre, wieder auf See zu sein und unserem Ziel entgegen zu segeln.
An dieser Stelle ein Danke an Euch, die Ihr für uns hier auf Las Palmas da seid!
Der touristischen Seite dieser Stadt aber konnte ich mich bis heute nur einmal kurz widmen, auch im Meer baden ist mir erst einmal gelungen, so dass ich hiervon noch nicht viel zu berichten weiß. Allerdings haben Andreas und ich geplant, dass, sobald uns die Reparaturarbeiten etwas mehr Freiraum lassen, wir nicht nur die Altstadt Las Palmas’ näher betrachten, sondern uns auch mit zumindest einem Eintagesausflug der restlichen Insel widmen.
Davon, und wie es mit der ‚Ersten Hilfe’ und den darauf folgenden ‚Operationen’ an der Maverick weitergeht, findet sich dann im nächsten Blog.
11 Kommentare:
Durchhalten Burschen, ich finde das ganze "Projekt" wirklich super - Respekt! liebe Grüße, christoph
Segeln sei
die billigste Art und Weise echte Abenteuer zu erleben,
und
die teuerste Art und Weise unbequem zu verreisen.
(c) klug
boah, oage fotos von der reparatur! ich halt euch die daumen!!!
rapid!!!
Huhu Albert....hab mir nun endlich die photos angesehen vom Rost...na servas. Hoff ihr kriegt das bald hin ansonsten geniest die Sonne in Gran Canaria. Wie gesagt ich bin dann im Maerz auch da :o) Sonst sehen wir uns wie ausgemacht in DUBLIN!! Nur weiter so - wir halten Euch die Daumen! Cheers S&J
hey albert und bruder! was haben euch die denn für einen schrott verkauft??? wünsch euch alles gute - damits bald wieder heißt "segel setzen" oder so ... euer blog is supa!!!! da lerne ich ein bischen fachjargon ... und reise irgendwie auch mit ... leider nur irgendwie ... seufz ... liebe grüße aus der mitte europas al.x
hello ihr zwei. gibts schon was neues? hoff ihr kommt gut voran und könnt wieder loslegen?!
lg
alex
Ich hoffe die nächsten "Operationen" sind nur noch kosmetischer Art und Ihr habt noch Zeit die Insel auch von einer anderen Seite kennen zu lernen. Gran Carania besteht nicht nur aus einem Hafen!!!!
Allerdings hoffe ich, dass alles gut voran geht und Maverick bald startklar ist - nun fürs richtige Abenteuer!!!
AP
Hallo Anonymous!
Das mit dem Mitnehmen ist nicht ganz leicht zu beantworten. Wir haben nämlich schon endeutig festgestellt daß bei längeren Segeltörns, also über 1-2 Wochen, nur zwei Leute wirklich auf das Boot passen.
Andererseits ist es auch zu früh Pläne zu machen. Wir wissen über Brasilien hinaus weder wohin es wirklich geht, noch wann, usw.
Bleib also dran und schreib uns an unsere Mailadressen wenn Du Interesse hast.
LG
Andreas
Hallo Anonymous!
Das mit dem Mitnehmen ist nicht ganz leicht zu beantworten. Wir haben nämlich schon endeutig festgestellt daß bei längeren Segeltörns, also über 1-2 Wochen, nur zwei Leute wirklich auf das Boot passen.
Andererseits ist es auch zu früh Pläne zu machen. Wir wissen über Brasilien hinaus weder wohin es wirklich geht, noch wann, usw.
Bleib also dran und schreib uns an unsere Mailadressen wenn Du Interesse hast.
LG
Andreas
na servus, die fotos sind ja arg. ich hoffe ihr bekommt das hin und könnt bald weiter. drück euch ganz fest die daumen! liebe grüße aus wien! alex
Wow, echt fetten respect!
Ich wünsche Euch das Alles, Allex Beste und happy ToiToiToi!
lg
al3x
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