Warum zieht es einen Flachländer wie mich aus dem Herzen Europas überhaupt aufs Meer - und das überdies schon seit Kindheitstagen? Ist es simple Abenteuerlust, die Sehnsucht nach Unbekannten - es gäbe ja davon auch genügend auf festen Boden - oder die Gier, Besonderes zu leisten?
Bei so vielen Fragen ist es für mich beruhigend zu wissen, dass ihre Beantwortung keinen Einfluss darauf hat, ob wir umsetzen, was wir uns vornahmen, oder nicht.
Aber ein solch nebulöser Beginn ist wohl für den Leser wenig zufriedenstellend - eine Geschichte, auch wenn es sich dabei um einen Bericht handelt, braucht einen Anfang und ein Ende. Soll ich vielleicht mit dem Ende beginnen, damit am Anfang gleich das Ziel steht und dann sehen, ob ich in der Realität zu leben verstehe, wie das Ich im Geschriebenen?
Aber nein - das wäre nicht nur eine unerträgliche Einschränkung der Zukunft, sondern auch großmäulig: Wer kann schon vorher sagen, ob es ihm möglich sein wird, Begonnenes fertig zubringen?!
Also brauche ich einen Anfang. Für euch, liebe Leser, und für mich.
Es könnte wie folgt abgelaufen sein - und vielleicht war es auch tatsächlich so. Denn um es mit einem Zitat meines Lieblingswesterns auszudrücken: If the legend becomes the truth, print the legend.
Und die Legende beginnt mit einer Weltkarte, eine von denen, die nahezu jedem aus seiner Schulzeit bekannt ist - wo sie im Geographieunterricht, an der Tafel, oder, falls der Kartenhalter wie meistens nicht funktionierte, über die Tafel hängend, dazu diente, einem ein Bisschen eine Ahnung über das Aussehen unseres Heimatplaneten zu vermitteln. Diese Karten sind schön bunt, das Meer ist mit seinen verschiedenen Blautönen unübersehbar, und spannen sich zwischen zwei schwarzen Rundhölzern auf - wieviel Wissen sie einem über die Welt zu vermitteln im Stande waren, muss jeder Leser für sich selbst bestimmen.
Solch eine Weltkarte aber hing bei meinem Bruder über dem Sofa an der Wand - und oft starrten wir sie während der Arbeitspausen an der Jolle an, als gelte es, sie im Wettstreit um das erste Blinzeln zu bezwingen. Da sie aber an sich schon eine Tür zur Erinnerung und damit auch in eine Tagtraumwelt darstellt, fingen wir schon bald an zu grübeln, träumen, phantasieren, wie es wohl wäre, dort, dort oder vielleicht doch da - irgendwann bekam ich von meinem Bruder ein chinesisches Essstäbchen als Zeigehilfe in die Hand gedrückt - zu segeln.
Letztendlich folgte unsere Phantasiererei dem Essstäbchen um die Welt - nicht entlang des Äquators, sondern dank meiner Vorliebe für die historische Seefahrt, der Route der Weizenrennen, die letzte Herausforderung der großen Segelfrachter: Europa nach Australien ums Kap der Guten Hoffnung und von dort um Kap Horn herum wieder zurück nach England oder Irland.
An dieser Route orientiert sich unsere Planung - und somit steht am Beginn unserer Weltumsegelung eine große Karte - und ein chinesisches Essstäbchen.
9 Kommentare:
Dear brothers Andreas and Albert, and beatiful lady Maverick
Have a good Journey,
Glück auf den Weg!
best regards
captain yuriy malanin
großartige Idee - viel Spaß!
Christian
Glad to see you are sailing in a British-made vessel.
Bon voyage!
Dear Andreas, I'm so proud of you!
Have a fantastic adventure. SX
hallo ihr 2 mutigen brueder!
super dass ihr eure wuensche so ernst nehmt und ihr euch euren traum erfuellt. wir wuenschen euch: dass ihr in keine sturm kommt, kein gewitter, keinen regen, dass ihr nich mit dem ganzen schiff umfaellt, dass ihr keine sonnenbrand bekommt, keine frauen an bord... dann wird zu viel diskutiert :-) [ wer reinigt eure kueche eigentlich], dass ihr gut schlaeft, dass ihr viel wale und delfine seht und dass die sonne jeden tag fuer euch scheint. wir hoffen, dass wir eine stueck mitfahren duerfen, werden euch mit oesterreichischen spezialitaeten bedienen. macht es gut und passt auf auf euch. alles liebe
simeon emily robert
hihi !
gehts schon los ?
burschn fohrts ned ostwärts, da blast der gegenwind da untn. nix für eichare luschn.
Liebe Brüder,
Ich wünsche Euch von Herzen das Alles, Allex Beste und Liebste!
„Passts bitte auf und fahrts nicht so schnell“: Bitte keine riskanten Überholmanöver! In Baustellenbereichen aufpassen. Genügend Pausen machen. Bewegung und Beine vertreten nicht vergessen.
Lg
al3x
hi albert!wünsche euch immer gute winde , damit meine ich nicht jene aus der magengegend!bin schon auf eure nächsten berichte gespannt!lg michael
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